Kinderarbeit im Steinbruch in Nordindien für deutsche Grabsteine und Straßensplitt

Durch einen Vortrag von Herrn Pütter erfuhren die Schüler Interessantes zur Kinderarbeit im Steinbruch, in dem deutsche Grabsteine zu Straßensplitt geschlagen werden.
Die Schüler bekamen einen Einblick:

- Wie können so kleine Hände so schwere Arbeit leisten?
- Schutzlos, barfuß jeden Tag im Steinbruch.
- Arbeit unter Druck: Zeit ist Geld – Es zählt nicht der Mensch, sondern die Leistung.
- Für vier Personen pro Tag ein Euro Lohn – ein Hohn!
- Schwerste Arbeit mit Hunger und zu wenig zu trinken.
- Eine Garnitur Kleidung pro Kind – wird die Kleidung gewaschen, steht man völlig ohne und schutzlos da.
- Um große Steinblöcke auszulösen wird mit Schwarzpulver gesprengt – leider geht die Ladung manchmal schon vorher los und verstümmelt Hände/ Finger.
- Keinen Handschutz – keinen Wundschutz bei Verletzungen.
- Kein Mundschutz = kein Schutz gegen Feinstaub und Belastungen durch Chemikalien = Lebenserwartung im Schnitt bei 30 Jahren.
- Kein Hörschutz = sie sind oft nach kurzer Zeit taub. Die Hörbelastung entspricht täglicher Beschallung direkt vor dem Lautsprecher.
- Keine Schutzkleidung beim Abspringen der Steinsplitter.
- Bereits die Babys werden mit in den Steinbruch gebracht.
- Teilweise ist Hammer größer als das Kind.


Im Rahmen eines Projektes zu diesem Vortrag versuchten die 8. Klassen die Arbeit im Steinbruch nachzuempfinden.
Dazu wurde am 26. Mai 2017 ein alter Grabstein zu Straßensplitt geschlagen. Das Tagesergebnis war eine Schubkarre voll Schotter.
Das ergibt einen Tagesverdienst von 50 Cent für 22 Personen, mit dem sich die Kinder nicht einmal eine Tagesration Essen leisten könnten.

Unsere gelebten Erfahrungen:

- Bereits nach zehn Minuten Krämpfe, Blasen an den Händen, erschöpft (Elias)
- Sehr, sehr anstrengend. Der große Vorschlaghammer ist so schwer, dass es sofort in die Unterarmmuskulatur geht. (Valentin)
- Das Gewicht des Hammers zieht dich mit. Die Muskulatur zittert vor Anstrengung bereits nach fünf Minuten. (Leonie)
- Die Zeit des Schlagens kommt einem sehr lange vor, obwohl es nur wenige Minuten sind. (Jara)
- Bei der Arbeit mit dem kleinen Hammer springen die Steinsplitter auf die Haut. Deshalb muss man unbedingt lange Kleidung tragen. Dadurch überhitzt man auch noch. (Nina)
- Schreckliche Erfahrung: Wir waren nur vier Schüler, die nebeneinander gearbeitet haben. Wir haben ständig Steinsplitter von den anderen abbekommen. Ich habe mich am kleinen Finger dabei verletzt. Es hat sofort stark geblutet und ich habe es zunächst gar nicht bemerkt, da die Finger fast taub waren. (Jule)
- Alleine die Atemmaske erschwert die Atmung und die Schutzbrille beschlägt – Schwindelgefühl (Anna)
- Viel anstrengender als man glaubt. In der Sonne – gleichförmige Bewegungen und vom Mundschutz und Schutzbrille umnebelt. (Christoph)
- Mir haben der Daumen und das Handgelenk nach bereits 2-3 Minuten geschmerzt. Danach konnte ich schlecht atmen. (Josia)
- Man vergisst die Zeit und das ständige Hämmern gräbt sich in das gesamte System ein. Es hört einfach nicht mehr auf! Die Vorstellung, dass es andere Kinder den gesamten Tag machen müssen – es ist unvorstellbar! (Sophia)
- Finger und die ganze Hand schmerzt nach einer Minute. Die Steine springen und das völlig unkontrolliert. Man merkt erst danach, wo man sich angeschlagen hat. (Nele)
- Zuerst geht man noch ganz motiviert und fröhlich an die Arbeit – man wird aber ganz schnell still, müde und denkt nur noch ans Schlagen und hört das Hämmern – man vergisst alles und spürt nicht mehr. (Jule)
- Es ist wie Trance … (Jara)
- Mehr als eine halbe Stunde ist unvorstellbar – dann bräuchte man in jedem Fall etwas zum Trinken und/ oder Essen. Es ist schwer zu atmen. (Felix)
- Ich war nur fünf Minuten bei der Arbeit und war erschöpft. Unvorstellbar diese Arbeit ein ganzes Leben durchzuführen. (Benedikt)
- Man verliert das Zeitgefühl und du bist die ganze Zeit unter Steinsplitterbeschuss. Ich war nach zehn Minuten ohne Atem. (Freddy)
- Mit der Zeit wurde es plötzlich so anstrengend, so dass man nicht mehr gut atmen konnte (Johanna F.).
- Es ist schwer eine Position zu finden, in der man gut hämmern kann. Ich habe es nur zehn Minuten gemacht: Mir wurde es schwindelig, Kopfweh, heiß (Chiara).
- Mir wurde es nach einer Minute schlecht (Anna).
- Die Sonne brennt unaufhörlich auf den Kopf. Ich habe aufgehört aus Angst vor einem Sonnenstich (Silas).
- Die Steinsplitter und „hüpfende Steine“ waren am schlimmsten (Inessa).
- Mir hat es am Unterarm sehr weh getan und die Luft ging aus. (Johanna K.)
- Halb kniend, ohne feste Position, man konnte sich nicht aufrecht stellen, nicht setzen. (Gabriel)

Im Laden würde der Splitt 10 Euro kosten, den wir produziert haben. Bedeutet: 9.50 Euro bleiben für die Händler. Handelsspanne von 1800 Prozent.

Klasse BLP