Jeder geht seinen eigenen Weg

Stolz blickt Heike Kahler auf Julia Miller. Die Absolventin der Montessori-Fachoberschule (FOS) aus dem Laugnaer Ortsteil Asbach hat ganz allein die 13. Klasse absolviert. Nun hat sie an der Donauwörther FOS als Externe, ein Jahr nach ihrem Fachabitur, auch die Prüfungen zur allgemeinen Hochschulreife bestanden.

Julia Miller blickt zurück. Als sie auf dem Gymnasium war, wurde sie krank, musste abbrechen. Nach ihrer Genesung überlegte sie, wie ihr Weg weitergehen solle. Klar war für die junge Frau, dass sie lernen, also auf eine Schule gehen wollte. Deshalb sah sie sich mehrere an. Die Montessori-Fachoberschule war für sie ein Glücksfall: „Hier leben sie meinen Weg, meine Werte.“ Und Schulleiterin Heike Kahler, mit der sie sich auf Anhieb gut verstand, setzte sich dafür ein, dass sie hier lernen durfte. Julia Miller bezeichnet sie als ihre „Türöffnerin“.

Die Nähe zu ihrem Heimatort spielte ihr in die Karten. „Dieses Jahr selbstständig zu machen ist sehr universitär, das hat mich gereizt.“ Also hat sie sich den Lehrplan besorgt, sich den Stoff der acht Prüfungsfächer selbst beigebracht. Bei Fragen konnte sie sich mit den Lehrern kurzschließen, in drei Fächern hatte sie Ansprechpartner. Auch mit den Lehrern in Donauwörth besprach sie, worauf sie bei den Prüfungen Wert legen. Die 33-Jährige erklärt: „Dieses Jahr war eine tolle Erfahrung. Ich würde diesen Weg jedem empfehlen, der die Möglichkeit dazu hat.“

Klar habe sie sich zwischendurch so ganz ohne Klassenkameraden, die genau denselben Weg gehen, alleine gefühlt. Doch sie stand in guten Kontakt mit denen, die das im vorigen Jahr geschafft hatten. „Es war ein Lernprozess. Und im Leben geht jeder seinen eigenen Weg, dafür muss man einstehen.“

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