Schmetterlinge des Friedens – Eine Vision der Vergebung und der Zukunft

In Erinnerung an die Grausamkeiten des Dritten Reiches und an die Shoah-Kinder, die einen unermesslichen Verlust erlitten haben, tragen wir eine klare Vision: Vergebung als Weg zu Frieden und Versöhnung. Die Shoah-Kinder sind jene unschuldigen Jungen und Mädchen, deren frühes Leben unter unmenschlichen Verbrechen abgeschlossen wurde. Laut historischen Fakten wurden rund 1 500 000 = 1,5 Millionen Kinder aus den Konzentrationslagern ermordet. Diese Kinder stehen stellvertretend für das unendliche Leid vieler Familien und Gemeinschaften, deren Stimmen niemals ganz verstummt sind.

Schmetterlinge, in vielen Kulturen und auch in der jüdischen Tradition Symbole für Wandlung, Befreiung der Seele und Neuanfang, leiten unsere Botschaft. Von Schüler*innen der Kunstprojektgruppen der Stufe II (4.–6. Klasse) wurden farbenfrohe, lebensfrohe Schmetterlinge geschaffen – Zeugen der Erinnerung und Botschafter des Mutes zu vergeben, zu verlieren und wieder zu finden.

In der Wintergartenanlage unserer Schule entstand nun ein lebendiges Schmetterlingshaus, in dem diese Kunstwerke flügeln. Es erinnert daran, dass man Menschen brechen kann, aber Seelen weiterleben und frei fliegen – in unseren Gedanken, in unseren Wertevorstellungen und in unserer täglichen Haltung dem Frieden gegenüber.

Unsere Vision ist eine Welt, in der Frieden herrscht, Kriege der Vergangenheit angehören und wir gemeinsam für dauerhaften, gerechten Frieden eintreten. Die Erinnerung an die Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs darf uns nicht lähmen, sie muss uns antreiben: für Respekt, Menschlichkeit und eine Zukunft, in der Vergebung und Versöhnung der Wegweiser sind.

Dieses Projekt lädt dazu ein, innezuhalten, das Leid zu erinnern, aber mit Blick nach vorn eine bessere Welt zu gestalten. Die bunten Schmetterlinge stehen stellvertretend für die Lebendigkeit des Lebens, das sich trotz aller Dunkelheit erneuert – frei zu fliegen, frei zu träumen, frei zu handeln – im Dienst des Friedens. Hinweis: Die Verbindung von Erinnerung, künstlerischem Ausdruck und einer klaren Friedensvision soll Inspiration sein, Verantwortung fördern und die Werte von Vergebung, Respekt und Zärtlichkeit in den Mittelpunkt rücken.


Für die Projektgruppen
Kathrin Cetin und Beate Lahner-Ptach